Die Agave

Die meisten kennen diese prächtige Pflanze wohl aus dem Sommerurlaub in Spanien oder Italien. Dort findet man die riesige Sukkulente oft in Gärten, Parks oder am Straßenrand. Ursprünglich kommt sie jedoch aus Amerika. Die Blüten der Amerikanischen Agave (Agave americana) erreichen sogar Höhen von bis zu zwölf Meter! In ihren gigantischen Blättern speichert sie Wasser und kann so auch bei anhaltender Dürre problemlos überleben. 

Aus dem Kern der blauen Agave wird Tequila hergestellt. Das Herz der Agave wird noch heute von den Einheimischen als „Mezcal“ bezeichnet, was übersetzt „Haus des Mondes“ bedeutet. Wusstest du, dass es jedoch nicht die nicht die Einheimischen waren die den Tequila erfanden haben? 

Im 16. Jahrhundert haben Spanier angefangen den Agavensaft zu destillieren und gelten daher als die Erfinder des Tequilas. Ganze 9 Jahre muss die Pflanze wachsen bis sie für die Herstellung des Tequilas geerntet werden kann. Du musst dich aber nicht nur mit dem Tequila begnügen, sondern kannst diese wunderschöne Pflanze auch als Zimmerpflanze halten. Es gibt wunderschöne Agave Arten, die nur darauf warten von dir entdeckt zu werden!

Steckbrief

Größe:

ausgewachsen: bis zu 12 Meter hoch

Wasserverbrauch:

wenig

Standort:

direkte Sonne

leicht schattig

Halbschatten

Winterhärte:

2 Arten sind winterhart

Agave utahensis und Agave parryi: bis – 10° C

Allgemeines

Der botanische Name Agave leitet sich vom griechischen Wort agavos für edel, prachtvoll oder erhaben ab und passt bestens zu dieser majestätischen Pflanze. Agaven haben sehr schöne fleischige, schwertförmige Blätter. Bei einigen Arten sitzt die Blattrosette auf einem kurzen Stamm. Je nach Art sind sie grün oder bläulich-grün gefärbt, es gibt aber auch mehrfarbige Varietäten. Diese Artenvielfalt macht die Agave zu einem echten Hingucker im heimischen Wohnzimmer. Die Agave kann wie die Aloe und die Fetthennen in ihren fleischigen Blättern Wasser speichern und somit lange Trockenheit überleben- das heißt sie ist total Pflegeleicht und du musst sie kaum gießen. Zudem ist die Blattoberfläche oft mit einer wachsartigen Schicht überzogen und mit kleinen Härchen besetzt, die vor austrocknenden Winden schützen. Je nach Art können die einzelnen Blätter bis zu 150 Zentimeter lang und 20 Zentimeter breit werden. Mit den Jahren entwickeln sich so einige Arten zu wahren Monstern.

Ursprünglich stammen Agaven aus dem Süden Nordamerikas, Mittelamerika und den nördlichen Teilen Südamerikas, wo sie in Wüsten und Halbwüsten wachsen. An ihrem Naturstandort in Mexiko und Mittelamerika hat die Agave sogar eine große ökonomische Bedeutung. So wird aus verschiedenen Agaven-Arten Agavendicksaft gewonnen oder aus der blauen Agave meinen Lieblingsschnaps – den Tequila. 

Die im Mittelmeergebiet wachsenden Agaven wurde nach der Entdeckung Amerikas eingeführt und haben sich nach und nach immer weiter ausgebreitet.

Weit über 200 Arten gehören zur Pflanzengattung der Agaven. Die Amerikanische Agave (Agave americana) zählt zu den winterhärtesten Agaven und kann problemlos Temperaturen von unter zehn Grad Celsius überstehen und auch bei uns in milden Wintern draußen überwintern. Da die meisten Agaven Arten jedoch nicht winterhart sind eignen sie sich meist nur als Zimmerpflanzen. Wenn du nicht gerade in einem riesigen Palast wohnst, wo du eine 12 Meter Pflanze aufstellen kannst, würde ich dir die kleinbleibenden Arten wie die Fadentragende Agave (Agave filifera) oder die Königs Agave (Agave victoriae-reginae) empfehlen. 

Auch wenn die Agave recht wenig mit einem Spargel zu tun hat, gehört sie zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Am ehesten finde ich, dass der Blütenstängel wie ein Spargel aussieht, essen kann man diesen aber meines Wissens nach nicht…

Wer die Blüte der Aloe sehen, will muss zudem sehr geduldig sein. Es dauert ganze  10 bis 15 Jahre, in Mitteleuropa sogar bis zu fünfzig Jahre bis die Agave blüht. Da man früher davon ausging, dass die Pflanze sogar erst nach hundert Jahren Blüten bildet, hat sich der Name „Hundertjährige Agave“ bis heute gehalten. Aus diesem Grund wird die Amerikanische Agave im Englischen auch „century plant“ genannt. Nach der Blüte sterben viele Arten jedoch leider ab. 

Wie pflege ich meine Agave richtig?

Da die Agave eine Wüstenpflanze ist und Wasser speichern kann braucht sie nur sehr wenig Wasser. Erst wenn sie komplett ausgetrocknet ist, kannst du sie behutsam gießen. Hier ist weniger, definitiv mehr! Agaven sind nicht so zimperlich wie andere Zimmerpflanzen und vertragen sogar, mein kalkhaltiges Leitungswasser. Wenn du ihnen was gutes tun willst kannst du aber auch Regenwasser nehmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zimmerpflanzen haben Agaven kein Problem mit sehr trockener Luft. Du musst sie also nicht besprühen. Etwa alle drei Jahre topfe ich meine Agave um oder wenn sie zu groß für ihren Topf geworden ist. Da ich die scharfen Blattspitzen immer entferne brauche ich keine Handschuhe, wenn du die Blattspitzen aber bei deiner Agave dran lässt, solltest du zum umtopfen lieber Handschuhe tragen um dich nicht zu verletzten.

Wo ist der perfekte Standort für meine Agave?

Da die meisten Agaven nicht winterhart sind, hältst du sie am besten als Zimmerpflanze. Sie mag ein sonniges Plätzchen auf der Fensterbank aber auch im Halbschatten kommt sie gut klar. Wenn du sie im Sommer auf die Terrasse stellen möchtest, dann am Besten an einen sonnigen und warmen Platz. Wenn du eine winterharte Agaven hast, kannst du diese bei einem milden Winter auch draußen lassen. Sie sollte dann aber Sicherheitshalber einen geschützten Platz an einer Hauswand haben, die nachts etwas Wärme an die Pflanze abgibt. 

Worauf muss ich beim Topf bzw. der Pflanzenerde achten?

Da deine Agave keine Staunässe verträgt und bei Staunässe schlimmstenfalls eingeht, solltest du sie in einen Topf mit Abzugsloch pflanzen. So kann überschüssiges Wasser einfach ablaufen. Damit Erde nicht das Abzugsloch verstopft, solltest du eine Drainageschicht aus Blähton oder einem anderen grobkörnigen Material einfüllen. Oft werden Agaven in normaler Blumenerde verkauft, da die einfach günstiger ist. Ich pflanze meine Agaven nach dem kauf aber immer gleich in Sukkulenten Substrat um. Denn das Substrat ist gut wasserdurchlässig, nährstoffarm und durchsetzt mit mineralischen Bestandteilen wie Lavagranulat oder Quarzsand und bietet deinen Agaven somit beste Voraussetzungen um sich wohl zu fühlen.

Muss ich meine Agave zurecht schneiden?

Nein du musst deine Agave nicht zurecht schneiden. Wenn du aber eine Art mit den dünnen stacheligen Spitzen hast, kann das durchaus Sinn machen. Ich nehme meiner Agave die Spitzen immer ab, seit mein Freund sich einmal echt heftig an der Agave gepickt hat. Das muss ja nicht sein und auch gerade mit Haustieren und kleinen Kindern sollte man da auf Nummer sicher gehen. Neben den Stacheln kannst du die abgestorbenen Blätter entfernen. 

Wie kann ich meine Agave überwintern?

Da die meisten Agaven nicht winterhart sind müssen sie zum Winter in die Wohnung ziehen. Wann deine Agave rein sollte, ist ganz abhängig von der Art. Manche müssen bereits im Oktober rein andere können bei einem milden Winter sogar ganz draußen bleiben. Am besten du recherchierst die Winterhärte deiner Agave und holst sie dann rechtzeitig zu dir ins Haus. Düngen brauchst du deine im Winter nicht und im Winter musst du sie noch weniger gießen als im Sommer.

Wie kann ich meine Agave vermehren?

Wusstest du, dass du deine Agave leicht und schnell vermehren kannst? So machst du aus einer Pflanze zwei oder mehr und das völlig umsonst!

Agaven blühen nur alle 50 Jahre, damit ist es sehr schwer an Agavensamen zu kommen und die Vermehrung über Samen dauert sowieso für mich ungeduldigen Menschen viel zu lange. Gut also, dass sich die Agave selbst über Kindel vermehrt. Kindel sind kleine Agaven die an der Mutterpflanze wachsen. Du musst sie also nicht über Stecklinge vermehren und warten bis eine richtige Pflanze wächst, deine Agave bildet von ganz alleine kleine Minipflanzen. Du kannst die Kindel entweder vorsichtig mit der Wurzel ausgraben oder mit einem scharfen Messer entfernen. Danach pflanzt du sie in einfach in einen neuen Topf und schon hast du eine süße Babyagave. 

Wenn ich Kindel ohne Wurzel entferne, pflanze ich ihn bis er genügend Wurzeln gebildet hat in mein selbstgebasteltes Mini-Gewächshaus. Dazu habe ich einen Topf mit Klarsichtfolie überzogen und die Rosetten darin leicht angegossen. Dieser Topf stelle ich dann ein sonniges Fenster. Dadurch, dass sich die Wärme darin besser speichert, wurzeln die Ableger leichter an. Alle paar Tage solltest du die Klarsichtfolie jedoch heben, damit deine Babypflanzen Sauerstoff bekommen. 

Einfach weiterwachsen lasse ich meine Kindel übrigens nie, denn wenn man Kindel nicht entfernt, werden sie mit der Zeit immer größer und verdrängen irgendwann die Mutterpflanze. Zudem liebe ich Babyagaven einfach viel zu sehr und freue mich jedes mal über meine neue Pflanze.

Krankheiten und Schädlinge

Da Agaven sehr robust sind werden sie nur selten von Krankheiten und Schädlingen befallen. Wenn die unteren Blätter deiner Agave nach dem Umtopfen gelb oder runzelig werden, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze nicht richtig angewachsen ist oder das Substrat nicht optimal ist. Dann solltest du schnell Handeln und die Agave nochmal umtopfen. Ein häufiger Anfängerfehler ist die Agave zu viel zu gießen. Diesen Fehler habe ich am Anfang gemacht, weil ich es wohl zu gut meinte. Meine Agave stand zu nass und ist dann einfach zusammen gefallen. Nach etwas Recherche habe ich rausgefunden, dass ich meine Agave tot gegossen habe und sie Wurzelfäule hatte. Leider war da, dann nichts mehr zu machen. Deswegen: lieber weniger gießen! 

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